Nach der Flutkatastrophe ist der Erft-Radweg noch nicht vollständig wiederhergestellt. Am Straßenrand gibt es Neuerungen.
„Normalität zurückbringen“Neue Raststationen an Erft-Radweg wurden in Weilerswist eröffnet

13 Rast- und Lernstationen wurden entlang der 110 Kilometer langen Strecke des Erft-Radwegs gebaut.
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„So weit das Auge reicht, haben wir hier den Flut-Sperrmüll zwischengelagert“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Erwin Jacobs (CDU) mit Blick auf die neue Raststation am Erft-Radweg in Weilerswist. Die neue Station am Sportzentrum in Großvernich soll „einen Beitrag leisten, um den Erft-Radweg als touristisches Highlight aufzuwerten“, so Anne Ameling vom Naturpark Rheinland. Die zahlreichen Beteiligten versprechen sich viel.
Großvernich: Raststation wurde am Sportzentrum eingeweiht
Am Mittwoch, 2. April, wurde die Raststation stellvertretend für vier neue Stationen im Kreis Euskirchen eröffnet. An der 110 Kilometer langen Fahrradstrecke wurden insgesamt 13 Rast- und Lernstationen aufgebaut. Landrat Markus Ramers (SPD), Vertreterinnen und Vertreter des Landschaftverbands Rheinland (LVR) und der Nordeifel Tourismus GmbH sowie Weilerswists Bürgermeisterkandidat Dino Steuer (CDU) nahmen an der Eröffnung teil.
„Noch immer sind die Spuren der Flutkatastrophe im Juli 2021 überall in der Region sichtbar und wir werden die Auswirkungen des schrecklichen Ereignisses nie vollständig überwinden können“, sagte Ramers, der auch stellvertretender Verbandsvorsteher des Naturparks Rheinland ist: „Aber es sind Aktionen wie diese heute, die wieder ein Stück Normalität zurückbringen.“
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QR-Codes auf der Infotafel führen zu Hörspielen aus Sicht der Erft
Wie ist die Raststation in Großvernicht ausgestattet? Es gibt eine Infotafel, zwei Bänke mit Tisch und verschieden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Auf der Tafel können QR-Codes abgelesen werden, mit denen sich Hörspiele auf dem Smartphone abspielen lassen. Für diese sogenannten „Lauschpausen“ hat die Wuppertaler Künstlerin Caroline Keufen Geschichten der Erft aus der Sicht des Flusses eingesprochen. Die akustischen Infos werden durch humorvolle Aufgaben an den Tafeln, die sich an Kinder richten, ergänzt.

Infotafeln bieten neben Fakten zum Erft-Radweg auch QR-Codes, um thematisch passende Hörspiele abzurufen.
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Rund 60.000 Euro hat das Projekt gekostet. Davon übernahm das NRW-Umweltministerium etwa 48.000 Euro. An den restlichen Kosten beteiligten sich der LVR, die Umwelt- und Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln sowie Mitglieder des Zweckverbands Naturpark Rheinland.
Der Kreis Euskirchen sowie der Rhein-Sieg- und Rhein-Erft-Kreis arbeiteten an der Umsetzung interkommunal zusammen. Am Projekt beteiligten sich zehn Städte und Gemeinden, drei Tourismusorganisationen, der Verein Radregion Rheinland sowie der Erftverband, das Routenteam und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC).
Erft-Radweg soll in Kürze wiederhergestellt sein
Ramers und Jakobs betonten, dass solche Einkehrmöglichkeiten wichtig für die anliegenden Städte und Gemeinden seien. Besuche der Kommunen würden damit attraktiver. Auch Steuer sagte, dass derartige Projekte für die Bürgerinnen und Bürger wichtig seien. Er sprach zudem davon, dass die Station um weitere Sitzgelegenheiten erweitert werden könnte.
Jakobs richtete sich an Ramers und bemängelte nach viel Lob, dass der Fahrradweg für Tourenräder nicht optimal sei und dass die Streckenabschnitte passierbar sein sollten. Nach den Flutschäden im Juli 2021 ist der Radweg größtenteils befahrbar. In einigen Abschnitten gibt es aber weiterhin bauliche Mängel und Umleitungen. Der Geschäftsführer des Naturparks Rheinland, Frank Scheer, kündigte an, dass die Strecke in Kürze wiederhergestellt sei. Ein genaues Datum lasse sich aber aufgrund vieler Unabwägbarkeiten noch nicht nennen.
Radaktionstage am Erft-Radweg im April
Am 12. und 13. April sind Radaktionstage am Erft-Radweg geplant. Neben ADFC-Radtouren sind Führungen sowie weitere Mitmachaktionen, etwa ein Wasserexperiment für Kinder an der Erft, geplant. Die Veranstaltungen sind kostenlos und richten sich an Familien. Weitere Informationen stehen auf der Webseite des Naturparks Rheinland.
https://www.naturpark-rheinland.de/radaktionstage