Für den Plan, die Stadtteilentwicklungsgesellschaft in ganz Leverkusen arbeiten zu lassen, spricht viel, meint Thomas Käding.
KommentarLeverkusen muss die Kontrolle über seine Entwicklung behalten


Das soll längst nicht alles sein: SWM-Chef Björn Krischick mit dem vorläufigen Modell der City C
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Das Vertrauen ist offenbar grenzenlos. Die Stadtteilentwicklungsgesellschaft Wiesdorf/Manfort hat nach knapp zwei Jahren echter Projektarbeit zwar nur Pläne, Modelle und Konzepte vorgelegt. Gebaut ist noch nichts an den neuralgischen Stellen in Wiesdorf. Trotzdem soll die ambitionierte Truppe um den Geschäftsführer Björn Krischick nun Prokura für die ganze Stadt bekommen.
Darüber steht weithin Einigkeit, wie der Antrag zeigt, unter dem lediglich die Unterschriften der Einzelkämpfer von ganz links und ganz rechts und der AfD fehlen. Letztere müsste sich ihre Satisfaktionsfähigkeit in Leverkusens Stadtrat noch erarbeiten – wonach es überhaupt nicht aussieht.
Das Baudezernat lässt lauter Leerstellen in Leverkusen
Allerdings kann der Plan, aus der SWM eine SWLev zu machen, nicht nur als umfassender Vertrauensbeweis gelesen werden. Er ist auch die Folge von Leerstellen, die vor allem im Baudezernat der Stadtverwaltung gelassen werden. Das Ressort von Andrea Deppe kann noch nicht einmal ureigene städtische Aufgaben abarbeiten. Das zeigt, zum Beispiel, der Vorschlag, dringende Um- und Ergänzungsbauten von Schulen an „Totalunternehmer“ zu vergeben. Die würden dem Baudezernat praktisch alles abnehmen – gegen Geld natürlich.
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Schon als über dieses Modell politisch diskutiert wurde, wurde die SWM als Alternative ins Spiel gebracht. Zurecht: Wer Stadtplanung und Städtebau unter schwierigen Bedingungen betreiben will, sollte die Zügel nicht ganz aus der Hand geben. Eine städtische Tochter, deren Geschäftsführer vom Rat ernannt werden und die auch mit öffentlichen Mitteln ausgestattet wird, muss eher tun, was sich Politiker und ein Oberbürgermeister vorstellen.
Die City C ist ein Mahnmal, was Investoren anrichten können
Der amtierende hat leidvoll erfahren, dass es nicht reicht, einen riesigen Problemfall wie die City C zur „Chefsache“ zu machen. Uwe Richrath hat die Wiederbelebung des Einkaufszentrums liegen lassen müssen und dann zur ersten Kernaufgabe der SWM gemacht. Die City C ist überdies mahnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn eine Stadt ihre Gestaltung an einen privaten Investor abgibt.
Dass der Antrag, die SWM demnächst auch in Opladen und anderswo wirken zu lassen, auch die Unterschrift von Stefan Hebbel trägt, sollte bei der Stadt-Tochter Beruhigung auslösen. Damit legt der Oberbürgermeister-Kandidat der CDU ein Bekenntnis zu kontrollierter Stadtplanung ab. Das kann Leverkusen nur gut tun.