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Neues Restaurant„Nero“ statt Schlossgastronomie – Leverkusener Gastronom orientiert sich um

Lesezeit 3 Minuten
Silvio Gallo an seinem neuen Restaurant „Nero“.

Silvio Gallo an seinem neuen Restaurant „Nero“.

Im ehemaligen „Old Montana“ in Quettingen baut Silvio Gallo ein klassisches italienisches Restaurant auf.

„Es schmerzt mich schon, dass es mit der Schlossgastronomie nicht geklappt hat“, sagt Silvio Gallo. Über die Sommermonate hatte der Leverkusener Gastronom in einem kleinen Teil des ehemaligen Restaurants in den Remisen von Schloss Morsbroich die kleine Kaffee- und Snackbar „Il Castillo“ betrieben. Immer mit dem klaren Ziel, das seit 2019 leerstehende Restaurant komplett zu übernehmen und endlich wiederzubeleben.

Dem standen eigentlich auch die Verantwortlichen von Kultur und Stadtmarketing positiv gegenüber, der Vollbetrieb allerdings müsse ordentlich ausgeschrieben werden. Doch die lange angekündigte Ausschreibung ist bis heute nicht erfolgt. 

Mann hinter Tresen

In der Schlossgastronomie hat Gallo zuletzt Kaffee und Kuchen angeboten

Silvio Gallo ist zu Jahresbeginn offiziell aus dem Restaurant „Gallodini“ ausgestiegen, das er gemeinsam mit Geschäftspartner Mevludin Dzeladini in der Neuen Bahnstadt Opladen aufgezogen hatte. „Das war die Deadline, die ich mir gegeben hatte“, sagt der Gastronom. Also habe er sich auf dem Markt umgeschaut, auch im Umland von Leichlingen bis Langenfeld. Aber im Herzen ist er eben doch Leverkusener und wollte in der Stadt bleiben.

Neuer klassischer Italiener in Leverkusen

Fündig wurde er schließlich an der Lützenkirchener Straße. Aktuell baut er die seit Jahren leerstehende Immobilie um, in der zuletzt das Restaurant „Old Montana“ heimisch war. „Nero“ soll sein klassisches italienisches Restaurant heißen, eröffnen würde er gerne am 1. Mai, bis dahin allerdings ist noch viel zu tun. Im Innenraum ist noch das alte Indianer-Wandbild zu sehen, Boden und Decke müssen noch komplett erneuert werden.

Frauen in Liegestühlen.

Die Wiederbelebung der Gastronomie hat dem Schlossareal gutgetan.

Möbel für die bis zu 100 Sitzplätze hat Gallo aber bereits bestellt, die Speisekarte steht auch schon. Im Zentrum steht frische, hausgemachte Pasta in einem Preisrahmen bis maximal 18 Euro. „Ich möchte wieder einen klassischen Italiener machen, wo man entspannt hingehen und genießen kann“, sagt Gallo. Quettingen ist nicht für ein großes gastronomisches Angebot bekannt. „Ich denke, die Ecke hier kann das gebrauchen.“ Auch ein paar Außensitzplätze im Innenhof sind geplant. 

Schlossgastronomie hat Probleme mit der Elektrik

Warum aber lässt die Ausschreibung für die Schlossgastronomie so lange auf sich warten? Es sei wohl alles schwierig mit der veränderten Haushaltslage, sagt Gallo, außerdem sei die Elektrik in den Remisen nach Jahren des Leerstandes sanierungsbedürftig. Wenn die Stadt das Geld für die Sanierung nicht in die Hand nimmt, werde das wohl auch kaum ein Gastronom machen. „Das ist ja nichts, was man mitnehmen kann, wenn man wieder rausgehen sollte“, sagt Gallo. Es ist also mehr als fraglich, ob es in absehbarer Zeit wieder Gastronomie im Schloss Morsbroich geben wird. 

Arthur Horváth, der städtische Kulturchef, zeigt sich auf Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“ zurückhaltend. Man habe eine Firma damit beauftragt, den Zustand der Elektrik im Restaurant zu prüfen. Über die Ergebnisse sagt Horváth nichts. Die Ausführungen von Silvio Gallo, dass die Elektrik wohl stark sanierungsbedürftig sei, decken sich allerdings mit Informationen des „Leverkusener Anzeiger“. Horváth sagt aber: Ohne Zahlen und Klarheit und letztlich auch ohne politischen Auftrag gebe es keine Ausschreibung. Für die Nachfolge Gallos für die Pop-up-Gastro befinde man sich in Gesprächen. „Wir hoffen, zeitnah eine Lösung für die Sommermonate zu bekommen.“

Gallo selbst freut sich darauf, wieder sein eigener Herr zu sein. Das „Gallodini“ sei auch ein spannendes Projekt gewesen, sein hoffentlich letztes Restaurantprojekt wolle er aber lieber wieder alleine gestalten. Und dabei auf das setzen, was ihn im Wiesdorfer „Mille Lire“ groß gemacht hat: „Ich will ein Gastgeber sein, bei dem sich die Menschen wohlfühlen.“