Kölns Verteidiger spricht über neuen Rückenwind, unruhige Zeiten am Geißbockheim und den kommenden Gegner Hertha BSC.
FC im Zweitliga-AufstiegsrennenDarum spürt Kölns Leart Pacarada „Genugtuung“

Im vergangenen Spiel in Paderborn in ungewohnter Rolle im Abwehrzentrum gefragt: Kölns Leart Pacarada
Copyright: Herbert Bucco
Nicht jeder hatte einem personell dezimierten 1. FC Köln zugetraut, das Zweitliga-Spitzenspiel beim SC Paderborn zu gewinnen (2:1). Und auch nicht jeder hätte erwartet, dass Leart Pacarada einen derart passablen Innenverteidiger abgeben würde wie es am Samstag der Fall war. Der kosovarische Nationalspieler hatte neben einem überragenden Torhüter Marvin Schwäbe einen wesentlichen Anteil daran, dass der FC die Big Points im Aufstiegsrennen einfahren konnte.
„Es hat Spaß gemacht, ich habe mich wohl gefühlt und hatte viele Ballaktionen. Aber klar ist auch, dass ich mich außen am wohlsten fühle“, sagte der Linksverteidiger über seine ungewohnte Rolle im Zentrum. Doch in seiner Wortmeldung nach dem Training am Mittwoch wurde deutlich, dass Pacarada etwas anderes noch mehr unter den Nägeln brannte. Der 29-Jährige ist niemand, der mit Scheuklappen herumläuft. Ihm war nicht entgangen, dass vor dem Paderborn-Spiel trotz der vielen Siege zuletzt die Stimmung rund um den FC nicht gut war. Zu überschaubar und wenig inspirierend waren die Leistungen des Bundesliga-Absteigers zuvor, zu wenig Fortschritt war zu erkennen. Auf der anderen Seite gaben die Minimalisten-Ergebnisse der Mannschaft von Trainer Gerhard Struber recht, das Ziel, direkter Wiederaufstieg, kommt immer näher.
Der Sieg gibt uns viel Rückenwind. Vor allem, weil wir das Gefühl hatten, dass man uns das nicht zugetraut hat. Das war eine echte Genugtuung.
Der Sieg in Paderborn, so Pacarada, gebe seiner Mannschaft „viel Rückenwind. Vor allem, weil wir das Gefühl hatten, dass man uns das nicht zugetraut hat. Das war eine echte Genugtuung. Es war ein wichtiger Sieg zum richtigen Zeitpunkt. Da kann man schon stolz auf die Mannschaft sein“, befand der Linksverteidiger. Obwohl er selbst auf Länderspielreise war, habe er die Kritik vernommen. Seine Sicht: „Natürlich versuchen wir den bestmöglichen Fußball zu spielen, trotzdem musst du die Punkte holen. Das ist, was zählt. Man kann es leider nicht jedem recht machen. Auch wir sehnen uns in manchen Spielen nach besserem Fußball, weil wir uns das selbst abverlangen. Es ist normal, dass man da eine Art Gegenwind verspürt, wir dürfen das aber nicht zu nah an uns ranlassen. Siege sind dann doch wichtiger und die haben regelmäßig geholt.“
Alles zum Thema Geißbockheim
- Zwei weitere FC-Profis krank 1. FC Köln muss gegen Hertha BSC erneut umplanen
- Hoffnung für Samstag Downs und Heintz zurück im Kölner Mannschaftstraining
- 15 Millionen Euro investiert Wie die neue FC-Akademie den Zusammenhalt am Geißbockheim stärken soll
- „Vieles richtig gelaufen“ Christian Keller rechtfertigt seinen Kurs beim 1. FC Köln
- Für mehr Teilhabe FC-Stiftung steckt sechsstellige Summe in inklusives Sportangebot
- Nach Gazibegovic' Aus FC-Trainer Struber erneut zum Improvisieren gezwungen
- „Gute Nachricht für den 1. FC Köln“ Bislang keine Klagen gegen Baugenehmigung für neues Leistungszentrum
Wenn man weiß, wie es rund um den Verein drunter und drüber gehen kann, dann ist es wichtig klar zu bleiben und als Mannschaft an sich zu glauben.
Zuletzt war beim FC viel von einem „Schulterschluss“ innerhalb der Mannschaft die Rede, Struber betonte diesen nach dem Sieg in Paderborn. Pacarada sprach lieber von „Geschlossenheit“. Der Routinier hat registriert, dass im Verein viel in Bewegung und in Aufruhr ist: „Wenn man weiß, wie es rund um den Verein drunter und drüber gehen kann, dann ist es wichtig klar zu bleiben und als Mannschaft an sich zu glauben.“ Sein Team habe sich nun eine gute Ausgangsposition geschaffen, doch sieben Spieltage vor dem Saisonende gehe es nun darum, „keinen Deut“ nachzulassen. Sein Rat: „Wir tun gut daran, die Tabelle außer Acht zu lassen.“
Die weist den FC mit 50 Punkten als Ersten aus, der jetzt vier Punkte Vorsprung auf den Dritten Kaiserslautern und fünf Zähler auf den Vierten Paderborn hat. Am Samstag (20.30 Uhr) ist der Tabellendreizehnte Hertha BSC zu Gast in Müngersdorf, in das Spiel geht der FC als klarer Favorit. Auch wenn die Berliner eine enttäuschende Saison spielen, so waren sie zuletzt im Aufwind und haben in den vergangenen beiden Spielen (5:1 in Braunschweig, 3:1 gegen Karlsruhe) acht Tore erzielt – vier davon durch ihren wiedergenesenen Zweitliga-Ausnahmestürmer Fabian Reese. Hertha zeige einen „komischen Saisonverlauf“, der Kader sei eigentlich qualitativ gut besetzt, sagte Pacarada, der ein „sehr umkämpftes und wohl auch ausgeglichenes Spiel“ erwartet.
Dann mit ihm wieder auf der Außenbahn. Denn Dominique Heintz steht wieder zur Verfügung, der Verteidiger stieg am Mittwoch ins Mannschaftstraining ein. Und möglicherweise ist bis Samstag auch Kapitän Timo Hübers wieder gesund.