Der 18-jährige Keeper Phil Oberländer und der 16-jährige Caius Warweg zeigen in der Bundesliga starke Leistungen.
HockeyZwei Talente rücken bei Rot-Weiss Köln ins Rampenlicht

Phil Oberländer vom KTHC Rot-Weiss Köln erweist sich als würdiger Vertreter von Deutschlands Nummer eins Jean Danneberg.
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Christopher Rühr wusste sofort, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nachdem Justus Warweg den finalen Penalty im Bundesliga-Duell mit dem Berliner HC verwandelt hatte, steuerte der Hockey-Nationalstürmer geradewegs auf Phil Oberländer zu und schloss das Torhüterjuwel in die Arme. Der 18-Jährige hatte dem KTHC Rot-Weiss Köln mit einem entschärften Siebenmeter sowie zwei weiteren Paraden den Extrapunkt festgehalten – 5:3 (2:2, 0:2).
„Diesmal habe ich auf mein Bauchgefühl gehört“, sagte der Matchwinner angesichts der 3:6 (2:2, 1:1)-Penaltyniederlage tags zuvor gegen Uhlenhorst Mülheim. „Ich habe mehr variiert und bin auch mal aggressiver rausgekommen. Für mich persönlich war dieses Shoot-out das Sahnehäubchen auf ein besonderes Wochenende.“
Caius Warweg hat unglaublich gut reingefunden und sich auf die einfachen Dinge besonnen. Es hat ausgesehen, als wäre er schon lange dabei
In Abwesenheit von Deutschlands Nummer eins Jean Danneberg (Leistenblessur) verbuchte das Eigengewächs nämlich seine ersten beiden Bundesliga-Einsätze von Beginn an. Chefcoach Darren Cheesman lobte den Youngster für „einige unglaubliche Paraden. Der Schritt von der Jugend in die Bundesliga ist tough, aber Phil hat das klasse gemacht. An beiden Tagen, wohlgemerkt.“ Zumal ein Keeper immer besonders unter Druck stünde: „Ein Fehler ist in der Regel gleichbedeutend mit einem Gegentor. Umso stolzer bin ich auf ihn.“
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Co-Trainer Wolfgang Kluth hatte Oberländer schon als A-Jugend-Coach unter seinen Fittichen: „Auch dank ihm sind wir zweimal in Folge Deutscher U-18-Meister geworden. Phil hat das am Wochenende richtig abgeklärt gemacht.“ Letzteres galt auch für Mittelfeld-Ass Caius Warweg. Der erst 16-Jährige kam im Match gegen den BHC zu seinem Bundesliga-Debüt und war laut Kluth ein „willkommener Lichtblick“. Cheesman bezeichnet den U-18-Nationalspieler als „spannendes Talent. Caius hat unglaublich gut herein gefunden und sich auf die einfachen Dinge besonnen. Es hat ausgesehen, als wäre er schon lange dabei.“

Caius Warweg vom KTHC Rot-Weiss Köln gibt als 16-Jähriger sein Debüt in der 1. Feldhockey-Bundesliga.
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Der starke Auftritt beider Talente konnte allerdings nicht über die schwache Ausbeute auf eigener Anlage gegen zwei Teams aus dem Tabellenkeller hinwegtäuschen. Während die Kölner im Duell mit Mülheim nach den Treffern durch Rühr (4.) und Tom Grambusch (54., KE) jeweils im direkten Gegenzug den Ausgleich kassierten, ging man tags darauf – diesmal ohne den angeschlagenen Abwehrchef Grambusch – mit einem 0:2 in die Kabine. Cheesman sprach hinterher von einer „Horror-Halbzeit“.
Zwar verdiente sich der Favorit den Ausgleich durch Justus Warweg (41.) und Rühr (54.), doch um ein Haar hätte man am Ende mit leeren Händen dagestanden. Nach einem Stecher von Jonas Poeschel überquerte der Ball die Kölner Torlinie eine Sekunde nach Ertönen der Schlusssirene.
Im Shoot-out behielten Aran Zalewski, Rühr (als einziger Penaltytorschütze des Vortages) und Justus Warweg die Nerven, während Oberländer nur von Paul Dösch bezwungen wurde. Der Jubel fiel jedoch verhalten aus. Auch bei Rühr: „Nach einer ordentlichen Anfangsphase haben wir plötzlich aufgehört zu verteidigen. Die zweite Halbzeit war ein Schritt nach vorne, aber hinten raus schenken wir die Partie beinahe her. Das darf uns nicht passieren, denn so verliert man Spiele und Titel.“
Rot-Weiss Köln trennen fünf Punkte von der Spitze
Und den Kontakt zur Spitze: Fünf Punkte trennen Köln vom Hamburger Polo-Club (1.). „Wir wollen dranbleiben“, sagt Kluth vor dem Match am Samstag (15 Uhr) in Krefeld. Zumal neben dem Deutschen Meister nur der Hauptrundensieger ein EHL-Ticket erhält. Cheesman betont: „Es liegt nur an uns, wie das Spiel ausgeht. Um zu gewinnen, müssen wir aber wieder als Team auftreten.“
Sein Eckenspezialist Blake Govers wird erst nach Ostern zurückerwartet. Zum einen blickt der Australier Vaterfreuden entgegen, zum anderen erholt er sich noch von einer Knie-OP. Dafür kehrt neben dem Abwehr-Duo um Grambusch und Antheus Barry auch Danneberg zurück. Für Oberländer heißt es vorerst also wieder: Reservebank statt Rampenlicht.
Kölner Comebackerin Nike Rühr hat das letzte Wort
Die Spielerinnen des KTHC Rot-Weiss sind mit fünf Punkten in die Bundesliga-Rückrunde gestartet. Nachdem Katharina Reuten (4) und Paula Brux einen 5:0 (0:0)-Erfolg über die Zehlendorfer Wespen herausgeschossen hatten, reichte es tags darauf „nur“ zu einem 6:5 (3:3, 2:1)-Sieg im Penaltyschießen gegen den Berliner HC (9.). Sophie Prumbaum schoss das Heimteam mit 2:0 in Führung (6., 14.), ehe die Gäste die Partie drehten (25., 40., 51.).
Comebackerin Nike Rühr rettete Rot-Weiss ins Shoot-out (53.) – und hatte auch dort das letzte Wort. Am Samstag (14 Uhr) tritt der Tabellendritte beim Düsseldorfer HC (2.) an.