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Kunststoff-KonzernSo macht KI ein Covestro-Labor in Leverkusen schneller

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Mit Künstlicher Intelligenz sollen im neuen Kunststofflabor von Covestro jährlich Zehntausende Tests möglich sein.

Mit Künstlicher Intelligenz sollen im neuen Kunststofflabor von Covestro jährlich Zehntausende Tests möglich sein.

Automatisierung soll die Entwicklung von Lacken und Klebstoffen im Chempark auf ein neues Niveau heben.

Mit einem automatisierten Labor will Covestro die Suche nach Lack- und Klebstoffrezepturen beschleunigen. Im Lauf des Jahres soll es im Chempark eröffnet werden. Die neue Einrichtung soll Herstellern von Lacken und Klebstoffen dabei helfen, schnell neue Produkte zu entwickeln, die einerseits die Regularien einhalten, andererseits besser für die Kreislaufwirtschaft geeignet sind. Dabei dürfen sich die Produkteigenschaften nicht verschlechtern. Kritischer Faktor bei alledem seien die richtigen Bindemittel und Vernetzer, heißt es bei Covestro. 

Bei deren Entwicklung könne Künstliche Intelligenz helfen. Das neue Labor arbeite „fast vollständig autonom“ nicht nur mit Covestros vorhandenem Wissen und dem Datenschatz, sondern lerne auch aus neu generierten Daten, berichtet der Leiter Thomas Büsgen. Das mache den Prozess der Optimierung und Entwicklung von Rezepturen „um ein Vielfaches effizienter und genauer. Damit erreichen wir ein neues Level moderner Forschung“, so Büsgen.

Massenhafte Kombinationsmöglichkeiten

Konkret würden im neuen Labor Rezepturen mit Bindemitteln und Vernetzern von Covestro für Lacke und Klebstoffe getestet. Deren kluge Auswahl sorge etwa für Eigenschaften wie Härte, Haftung, Deckkraft, Glanz oder Beständigkeit. Meist bestünden solche Rezepturen aus sieben bis 15 Komponenten, deren Kombination über die Eigenschaften des Endprodukts entscheidet. Daraus ergebe sich eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Bisher sei daher mit Richtrezepturen gearbeitet worden, heißt es im Chempark. Das neue, automatisierte Labor mit seinem von Computern unterstützten Design von Versuchsreihen hingegen ermögliche umfangreiche Testreihen.

Das eröffne neue Möglichkeiten und entlaste Covestros Fachlabore von Standardaufgaben. Außerdem ließen sich Proben systematischer analysieren. „So können auch Ansätze ausprobieren, die wir sonst nicht hätten umsetzen können“, so Martin Merkens, der für Verkäufe und Marktentwicklung in der Covestro-Sparte verantwortlich ist. „Speziell im Bereich der Kreislaufwirtschaft wird uns das helfen: Alternative, beispielsweise biobasierte oder recycelte Rohstoffe lassen sich so schneller testen und auf ihre Eigenschaften im Endprodukt evaluieren“, ergänzt er. 

Zehntausende Tests statt Richtrezepturen

Dazu sollen in dem neuen Labor aufs Jahr gerechnet Zehntausende Tests gefahren werden. Das sei in Sachen Anzahl, Vielfalt und Präzision sowie der Testgeschwindigkeit ein neuer Maßstab, heißt es bei Covestro. Dabei generiere das Labor eine große Menge an strukturierten Daten. Das Wissen um Möglichkeiten in der Formulierung und Einflussfaktoren wachse somit schnell weiter. Die neuen Daten würden denen bereits existierenden Untersuchungen kombiniert und mithilfe von speziellen Algorithmen des maschinellen Lernens ausgewertet.

Auch Künstliche Intelligenz will Covestro einsetzen, um anhand der Eigenschaftsziele neue Experimente vorherzusagen und diese zugleich im automatisierten Labor zu überprüfen – „ein selbstlernendes System also“, hieß es am Dienstag. Die überall bei Covestro fortschreitende Labor-Digitalisierung ermögliche es außerdem, Proben einfacher in spezialisiertere Prüflabore weiterzuleiten.