Fußballerinnen von Trainer Roberto Pätzold reisen nach annulliertem 3:2 aus der Hinrunde zur Wiederholungspartie nach Freiburg.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen bestreitet Auswärtsspiel mit Wut im Bauch

Die entscheidende Szene der Hinrundenpartie: Schiedsrichterin Theresa Hug lässt einen Elfmeter von Bayer 04 Leverkusen wiederholen, weil sich Freiburgs Torhüterin Rafaela Borggräfe (r.) zu früh bewegt hat.
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Teil eins der Reaktion auf die Entscheidung des DFB-Bundesgerichts erfolgte ziemlich zügig. Wenige Tage nachdem das Gericht die Berufung des Frauenfußball-Erstligisten Bayer 04 abgelehnt und auf eine Wiederholung des gewonnenen Auftaktspiels beim SC Freiburg bestanden hatte, sah der Spielplan ausgerechnet das Rückrunden-Match gegen Freiburg vor. Leverkusen gewann mit 2:0. „Das war die richtige Antwort auf das Theater rund um das Hinspiel. Wir sind cool geblieben, haben einmal mehr eine sehr imposante Partie mit viel Tempo und Leidenschaft geliefert und hochverdient gewonnen“, erklärte Bayer-Coach Roberto Pätzold Mitte Dezember.
Nun könnte Teil zwei der Reaktion folgen. Schließlich steht am Sonntag (26. Januar/12 Uhr) das besagte Wiederholungsspiel an. Ein weiterer Sieg soll her. Denn die Geschichte, die die erste Begegnung am 31. August schrieb, wurmt die Bayer-Verantwortlichen zweifellos noch immer.
SC Freiburg legt erfolgreich Einspruch gegen Sieg von Bayer 04 Leverkusen ein
Damals hatte Schiedsrichterin Theresa Hug nach 88 Minuten auf Strafstoß für Leverkusen entschieden. Kristin Kögel schoss den Ball über das Tor, die Unparteiische ließ den Elfmeter jedoch wiederholen, da sich Torhüterin Rafaela Borggräfe zu früh von der Linie bewegt hatte. Den zweiten Versuch verwandelte Kögel zum 3:2-Endstand. Doch die drei Punkte durfte Bayer 04 nur kurzzeitig bejubeln. Die Freiburger sahen in der Entscheidung, den Strafstoß zu wiederholen, einen Regelverstoß. Die Schützin sei durch die Bewegung der Torhüterin nicht eindeutig beeinträchtigt worden, so die Einschätzung.
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Der SC legte Einspruch gegen die Wertung ein und erhielt Recht. Dass die Leverkusener Verantwortlichen im Verhalten der Schiedsrichterin eine Tatsachenentscheidung erkannten, nutzte nichts.
Nun geht es also zum dritten Mal seit Saisonbeginn gegen den SC Freiburg. Die Fahrt gen Süden tritt Bayer 04 mit reichlich Rückenwind an. Die Verantwortlichen blicken auf ein gelungenes Trainingslager in Spanien zurück. Nach dem 2:1 im Testspiel gegen den Zweitligisten Union Berlin zum Abschluss zog Pätzold zufrieden Bilanz: „Wir haben mit dem Test eine sehr gute Trainingswoche positiv beendet. Wir wollten die Partie unabhängig von der hohen Vorbelastung und den vielen Wechseln wie ein Pflichtspiel angehen. Das ist uns letztlich gelungen“, sagte der Coach, dessen Team zuvor auch den spanischen FC Villarreal mit 5:1 bezwungen hatte.
Man habe vor allem physisch eine gute Entwicklung genommen, meint Pätzold. „Jetzt werden wir uns gut erholen und auf Freiburg vorbereiten, um direkt wieder an die Leistungen von vor der Pause anzuknüpfen“, so der Coach, der zudem aufgrund der Verpflichtung der jungen Engländerin Ruby Grant eine weitere Alternative im Kader hat.
Bayer 04 Leverkusen plagt sich mit Personalsorgen
Ganz frei von Sorgen ist man beim Tabellenvierten aus Leverkusen jedoch nicht. Loreen Bender (Regeneration nach Mandel-OP), Vanessa Haim (Reha nach Rückenproblemen), Juliette Vidal (mehrfacher Nasenbeinbruch) und Sofia Cava Marin (Kreuzbandriss) waren erst gar nicht nach Spanien gereist. Sie werden auch zum Auftakt im Breisgau fehlen. Besser sieht es für Cornelia Kramer, Synne Skinnes Hansen, Estrella Merino Gonzalez und U-20-Zugang Kirkeliis Lillemets aus. Die vier verpassten zwar angeschlagen den abschließenden Test, doch Pätzold erklärte dies mit der hohen Belastung eines Trainingslagers. Man habe schlicht kein Risiko eingehen wollen, betonte der Trainer.