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Auf Betreiben von Sportchef Keller1. FC Köln trennt sich von Chefscout Schulz – Nachfolger steht fest

Lesezeit 3 Minuten
1. FC Köln, Trainingsauftakt, von links: Christian Keller, Martin Schulz (1. FC Köln), 27.06.2022, Bild: Herbert Bucco

Gehen getrennte Wege: Kölns Sport-Geschäftsführer Christian Keller und der langjährige FC-Chefscout Martin Schulz

Es soll unterschiedliche Auffassungen über Transfers gegeben haben. Klub bestätigt Aus von Martin Schulz und benennt Nachfolger.

Er war fast zwölf Jahre lang Scout beim 1. FC Köln, seit dem 1. Dezember 2020 in der Rolle des Chefscouts. Und gilt am Geißbockheim als meinungsstarker, durchaus streitbarer, uneitler Geist, den es nicht in den Vordergrund drängt. Nun endet die Zeit von Martin Schulz am Geißbockheim.

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat der FC den 38-jährigen Schulz mit sofortiger Wirkung freigestellt. Sport-Geschäftsführer Christian Keller teilte die Entscheidung dem langjährigen Angestellten mit, dessen Vertrag beim Bundesliga-Absteiger noch langfristig laufen soll. Der 1. FC Köln bestätigte auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Personalie und bestätigte sie am Mittwoch auch offiziell. „Der FC bedankt sich bei Martin Schulz für seinen großen Einsatz über all die Jahre und wünscht ihm alles erdenklich Gute für seine Zukunft“, teilte der Klub mit. Schulz selbst war für eine Stellungnahme gegenüber dieser Redaktion nicht zu erreichen.

Der Klub soll sich mit dem langjährigen Mitarbeiter auf eine Abfindung über drei Jahresgehälter geeinigt haben. Dem Vernehmen nach will der FC so einem erneuten Rechtsstreit aus dem Weg gehen. In den vergangenen Jahren waren mehrere langjährige Mitarbeiter des Vereins gegen ihre Kündigung vor das Arbeitsgericht gezogen.

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1. FC Köln: Unterschiedliche Ansichten bei Transferperiode

Was die vergangene Transferperiode angeht, in der der FC nach dem Auslaufen der Fifa-Sperre nach anderthalb Jahren wieder Spieler registrieren konnte, soll es unterschiedliche Ansichten zwischen Keller und Schulz gegeben haben. Im Winter waren Innenverteidiger Joel Schmied, Rechtsverteidiger Jusuf Gazibegovic und am letzten Tag der Transferperiode noch Stürmer Imad Rondic zum Zweitligisten gewechselt. Schulz muss nun auf Betreiben von Keller gehen. Der FC-Sportchef hatte im März 2023 mit Lennart Strufe und Markus Stegili zwei Scouts von seinem Ex-Club Jahn Regensburg ans Geißbockheim gelotst. Im Juli 2023 folgte dann Andreas Wagner – auch der erfahrene Scout kam aus Regensburg. Schulz' Nachfolger soll nun aus den eigenen Reihen kommen.

Gabor Ruhr folgt Martin Schulz

Der FC teilte mit, dass Gabor Ruhr, der bereits von 2015 bis 2018 als Spielanalyst für den FC tätig war und nach seiner Zeit in selber Funktion bei Eintracht Frankfurt und darauf als Chefanalytiker bei Hertha BSC im Februar 2024 zum FC zurückgekehrt war, Schulz beerben wird. Man wolle die Leitung seines Scoutings neu aufzustellen, teilte der Klub mit, Ruhr wird neuer Koordinator Scouting & Kaderplanung. Zuvor bearbeitete der 36-Jährige für den FC vor allem den skandinavischen Markt. 

Schulz war seit Sommer 2013 für den Klub als Scout tätig. Als Nachfolger von Willi Kronhardt, den noch der frühere Sport-Geschäftsführer Armin Veh geholt hatte, wurde er dann im Dezember 2020 zum Chefscout befördert. Anfang 2023 rückte er dann sogar ins erweiterte Trainerteam auf. Auch räumlich gesehen, denn er bekam seinen Platz im sogenannten „Callcenter“ des damaligen Cheftrainers Steffen Baumgart. Schulz sollte noch näher an die tägliche Arbeit mit der Mannschaft rücken, um die Kaderplanung zu erleichtern. Jetzt ist seine Zeit am Geißbockheim abrupt vorbeigegangen.